Arbeitsrecht

Was versteht man unter Arbeitsrecht?

Aus den gesamten Rechtsregeln hat sich das Arbeitsrecht als ein separater Rechtszweig entwickelt. Dieser befasst sich mit der abhängigen Beschäftigung und unselbständigen Arbeit. Dabei sind zwei Themenbereiche zu unterscheiden: Zum einen das Individualarbeitsrecht, welches sich auf das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer konzentriert, und zum anderen das Kollektivarbeitsrecht. Das Kollektivarbeitsrecht hat die rechtlichen Beziehungen zwischen den Zusammenschlüssen von Arbeitgebern und -nehmern, und zwar die Beziehungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden (Koalition) oder einzelnen Arbeitgebern sowie zwischen Betriebsräten und Arbeitgebern und das Zustandekommen von Gesamtvereinbarungen (Tarifvertrag und Betriebsvereinbarung) zum Gegenstand.

Arbeitsrecht

Das Arbeitsrecht ist ursprünglich als Arbeitnehmerschutzrecht entstanden und sollte die Arbeitnehmer im beruflichen Leben schützen. Genau diese Hauptaufgaben stehen auch heutzutage noch im Fokus des Arbeitsrechts. Das Arbeitsrecht unterliegt einem ständigen Wandel, wodurch sich die Rechtsanwälte immer wieder auf neue Situationen einstellen müssen.

Individualarbeitsrecht

Das Individualarbeitsrecht behandelt das gesamte Themengebiet um Arbeitsverträge und Arbeitsverhältnisse. Dazu gehören das Zustandekommen des Arbeitsvertrages sowie die Beendigung der Arbeitsverhältnisse, wobei vor allem die Kündigung eine große Rolle spielt. Des Weiteren beschäftigt sich das Individualarbeitsrecht mit Pflichten der Arbeitsvertragsparteien und den zahlreichen Regelungen des Leistungsstörungsrechts.

Kollektivarbeitsrecht

Das kollektive Arbeitsrecht befasst sich nicht mit Arbeitnehmern als Einzelpersonen, sondern mit Gruppen (daher kollektiv). Darunter gehört zum einen das Tarifvertragsrecht, das Arbeitskampfrecht, wie zum Beispiel Streiks und Aussperrungen, das Recht der arbeitsrechtlichen Koalitionen und das Mitbestimmungsrecht in Betrieben.

Tarifvertragsrecht

Im Tarifvertragsgesetz ist das Tarifvertragsrecht geregelt. Es stellt die Grundlage für die Schaffung von Gewerkschaften und folglich auch von Tarifverträgen dar. Für Arbeitnehmer ist ein Tarifvertrag eine der wichtigsten Grundlagen für ein geregeltes Arbeitsverhältnis, da es wirtschaftliche Sicherheit schafft. Aus diesen Gründen kann sich der Arbeitnehmer vor plötzlichen und ungeplanten Umstellungen schützen, was die persönliche Planungssicherheit erhöht.

Unternehmensmitbestimmungsrecht

Aufgrund der Tatsache, dass Arbeitgeber Rechtsträger in Form einer Einzelperson, einer  juristischen Person  (z.B. GmbH)  oder Personengesesellschaft (z.B GbR, OHG) ist, welche einen oder mehrere Betriebe führen können, wird im Unternehmensmitbestimmungsrecht zwischen der Mitbestimmung der Arbeitnehmer in privaten Betrieben sowie der Mitbestimmung in Unternehmen unterschieden. Mithilfe der Betriebe versucht ein Unternehmer, verschiedene Betriebszwecke, wie beispielsweise Produktionen und Dienstleistungen, zu erfüllen.

Wichtige Rechtsquellen im Arbeitsrecht

Arbeitsgerichtsgesetz
Arbeitsschutzgesetz
Arbeitszeitgesetz
Berufsbildungsgesetz
Betriebsverfassungsgesetz
Bundeserziehungsgeldgesetz
Bundesurlaubsgesetz
Bürgerliches Gesetzbuch (Dienstvertrag) §§ 611 bis 630
Entgeltfortzahlungsgesetz
Gewerbeordnung
Handelsgesetzbuch
Jugendarbeitsschutzgesetz
Kündigungsschutzgesetz
Mitbestimmungsgesetze
Mutterschutzgesetz
Nachweisgesetz
Sozialgesetzbuch IX (Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen)
Tarifvertragsgesetz